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3 Jahre Stehsatz – eine Plattform für Studentenarbeiten

»Stehsatz«, ist ursprünglich ein Begriff aus dem Buchdruck. Er bezeichnet, wie der Name schon sagt, stehenden Satz, also einen aus beweglichen Lettern zusammengestellten Satz, der der Einfachheit halber so belassen wurde und in gewichtigen »Stehsatzregalen« ausharrend darauf wartete in einer Neuauflage oder auch in neuem Zusammenhang wieder gedruckt zu werden. Die Definition des Begriffs impliziert eine gewisse Wichtigkeit. Der Stehsatz hatte also ein Gewicht, das auf baldige Wiederholung, eine Bedeutung, die auf häufige Anwendung schliessen liess – er war zu schade um abgelegt zu werden.

Stehsatz heisst auch der Blog des  Fachbereichs Mediadesign am Standort München, der den Fokus auf die gestalterische, typografische Basis legt. Der Blog fokussiert also gestalterische Disziplinen, durchaus auch verschroben wirkende Nischen wie Bleisatz, die durch die Allmacht komplexer Comuterprogramme aus dem Blickfeld vieler gerückt sind, von manchem voreilig sogar als verzichtbar angesehen werden.

Abb.1: Philipp Elsner bei der Satzkorrektur. Artikel: 24 Plakate und eine Karte im Buchdruck

Abb.1: Philipp Elsner bei der Satzkorrektur. Artikel: 24 Plakate und eine Karte im Buchdruck

»Die Forderung der Zeit heißt nicht: schneller – weiter –höher! Die Forderung der Zeit heißt vielmehr: Qualität, Inhalt, Haltung.«1
1 Weidemann, Kurt (2000): Wo der Buchstabe das Wort führt. Ansichten über Schrift und Typografie, Seite 9 Hatje Cantz Verlag, D-Osterfielden

Dass ebendiese Grundlagen wichtig sind, die vielzitierte Kreativität fördern, ein spielerisches, experimentelles Erlernen von historischen und aktuellen Entwicklungen fördern, all dies versucht unser Blog zu belegen.

Abb.2: Tatjana Medvedevs Arbeit untersucht neue typografische Zugänge für anspruchsvolle Literatur anhand verschiedener Lesemethoden.  Artikel: Tatjana Medvedev. Goethes Faust. Lesen. Bildrechte: Tatjana Medvedv

Abb.2: Tatjana Medvedevs Arbeit untersucht neue typografische Zugänge für anspruchsvolle Literatur anhand verschiedener Lesemethoden.
Artikel: Tatjana Medvedev. Goethes Faust. Lesen. Bildrechte: Tatjana Medvedev

Seit 2012 online, wird dabei eine Auswahl an kalligrafischen, typografischen Arbeiten, ebenso wie Design in ursprünglichem Sinne, in aller Vielfalt, in konzeptioneller, aber auch experimenteller Weise gezeigt. Stehsatz will dabei Form, Inspiration, Reflexion und Anregung sein. Ausgewählte Arbeiten der Studierenden – Bücher, Analysen, Fotografien, Raumstudien und Textstrukturen werden so ein erstes Mal der Öffentlichkeit präsentiert – und nicht selten von den Besuchern des Blogs fachlich fundiert besprochen.

Abb.3: Jochen Klaus untersucht Textstrukturen  im Raum. Artikel: Jochen Klaus. Labyrinth Bildrechte: Jochen Klaus

Abb.3: Jochen Klaus untersucht Textstrukturen im Raum. Artikel: Jochen Klaus. Labyrinth Bildrechte: Jochen Klaus

Im Oktober 2015 erschien, von der Studentin Veronika Disl sorgfältig gestaltet, ein gedrucktes Magazin zum Blog. Ergänzt durch die Rubriken »Was macht eigentlich?« und »Über den Tellerrand« kommen hier außerdem Gestalter aus verschiedensten Weltgegenden und Fachbereichen sowie Alumnis zu Wort. 2016 ist eine neue Ausgabe geplant.

Abb.4: Bildunterschrift: Stehsatz als Magazin Artikel: Veronika Disl Bildrechte: Philipp Elsner

Abb.4: Bildunterschrift: Stehsatz als Magazin Artikel: Veronika Disl Bildrechte: Philipp Elsner

Seit 2015 kann Stehsatz zudem auf Instagram gefolgt werden.

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