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Fesselnde Entfesselungen beim Media Lab 2014

„Das Media Lab ist ein Blick weitendes, in die Zukunft gerichtetes Modul, in dem komplexe künstlerische, instruktive und apparative Fragestellungen von den Studierenden eine gesteigerte Problemlösungskompetenz einfordern“ – so ein Hinweis in der Modulbeschreibung. Das Modul ist das letzte große Projekt vor Beginn der Bachelorphase im Fachbereich Mediadesign. Aufgabe ist es, ein vorgegebenes Thema in einem Kursraum dramaturgisch, didaktisch und experimentell zu inszenieren. In der Projektgruppe sollen intermediale Lösungen für Ausstellungen, Showrooms, Events oder Rauminstallationen gefunden werden.

Mediadesign (MD1011) setzten sich mit dem Media Lab auseinander.

Die Studierenden des Fachbereichs Mediadesign (MD1011) setzten sich mit dem Media Lab auseinander.

2014 war ein besonderes Jahr. Das Media Lab am Standort Düsseldorf war dieses Jahr wieder „ein Blick weitendes“ Modul, jedoch nicht nur „in die Zukunft gerichtet“ – sondern auch und vor allem in die Vergangenheit: 1914 lautete das Thema, das von den betreuenden Dozenten Prof. Christine Pütz und Diplom-Designer (FH) Frank Wienss den Teilnehmern des Kurses MD1011 beim Kick-Off vorgestellt wurde. Dass ein gesamter Jahrgang gemeinsam ein einziges und sehr offen gehaltenes Thema bearbeitete, war ebenfalls ein Novum.

Wie das Jahr 1914 und welche Aspekte des Jahres szenographisch inszeniert werden sollten, wurde bewusst offen gelassen. Schnell einigten sich die Teilnehmer auf den ersten Entfesselungskünstler und Illusionisten Harry Houdini, da dieser am meisten Potential für eine Installation bot. Der Bezug zu 1914 war insofern gegeben, als Houdini in diesem Jahr zum ersten Mal seine The Chinese Water Torture Cell vorführte: eine Entfesselung, bei der er in Ketten gelegt kopfüber in einem Wassertank hing und sich befreien musste, bevor ihm die Luft ausging.

Die Besucher des Media Lab konnten selber in die Rolle Harry Houdinis schlüpfen, natürlich 100 Jahre später, trockenen Fußes und ohne Gefahr für Leib und Leben. Trotzdem wurden den Freiwilligen Handschellen angelegt, worauf sie auf einer Bühne eine enge Kabine betreten, den Anweisungen eines Monitors folgen und sich an vier Stationen spielerisch die Zahlenkombination erarbeiten mussten, mit der man ein Zahlenschloss öffnen konnte. Man benötigte starke Nerven, ein ruhiges Händchen, Geschick und gute Konzentration. Das alles unter Zeitdruck – denn der Sauerstoff wurde knapp. Schaffte man es nicht in der vorgegebenen Zeit, holte der Tod in Gestalt eines Sensenmanns sein Opfer ab. Währenddessen wurden die Zuschauer mit Zaubertricks unterhalten, mittels Videoinstallation sah man gleichzeitig, wie das Opfer die Stationen durchwanderte und sich zu befreien versuchte.

Der inszenierte Gauklerklamauk fand in einem Zirkuszelt mit der Anmutung des Jahres 1914 statt. Roter Vorhang, eine Bretterbühne, Holzbänke und liebevoll zusammengestellte historische Requisiten sorgten für das passende Ambiente, eine virtuelle Zeitmaschine nahm den Zuschauer mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Die bis ins letzte Detail perfekt kostümierten Teilnehmer ermutigten die Besucher zur Teilnahme und bewiesen mit viel Witz besondere schauspielerische Qualitäten. Begleitende Maßnahmen wie Plakate, Eintrittskarten und Popcorn-Schachteln wurden dem Zeitgeist von 1914 entsprechend gestaltet und rundeten die Vorstellung ab.

Teilnehmer: Denis Bender, Ivonne Budig, Jessica Ila, Simon Illemann, Lars Lüttgens, Fabio Michalski, Nathalie Müller, Carlo Nielbock, Jasmin Saljihi, Marvin Vrdoljak und Oliver Wohlfarth

Autor: Dipl.-Des. (FH) Frank Wienss

 

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