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Still alive – Neues von der DRUPA 2016

„Still alive“ ist doppeldeutig. Zum einen werden damit Projekte bezeichnet, die sich immer noch weiterentwickeln. Gleichzeitig werden mit Still alive auch die Untoten bezeichnet, also diejenigen, die, obwohl schon tot, dennoch immer mal wieder herumspuken und für Unfrieden sorgen. In welche der beiden Kategorien lassen sich Printmedien und damit stellvertretend die DRUPA einordnen?


Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der Münchener Druckerszene zu erfahren ist, ist die zunehmende Werbeflut, die wir am Wochenende in den Briefkästen vorfinden, das Ergebnis eines erbitterten Verdrängungswettbewerbs der Münchner Druckereien. Die Münchner Druckereien versuchen über Preisnachlässe, Kunden an sich zu binden.

Auf der DRUPA 2016 fällt auf, dass die Halle 1 nicht mehr ausschließlich von Heidelberger (Heidelberg Druckmaschinen AG, dem klassischen Hersteller von analogen Druckmaschinen) belegt ist. Dagegen wird die Halle 17 ausschließlich von der Digitaldruckfirma „HP“ belegt. Dies zeigt die mögliche Entwicklung im Druckbereich auf: Das Arbeiten in der „Cloud“ (Onlinespeicher) hat inzwischen seinen festen Platz im Druckprozess, insbesondere für

  • den schnellen Onlinedruck,
  • die Auftragsabwicklung, vor allem im B to B Bereich, wie dem Verpackungsdruck,
  • personalisierte Drucke
  • Kleinauflagen bis 1.000 Exemplare.

Die Grenzen, denen der Digitaldruck derzeit unterworfen ist, versucht Benny Landa mit seinem Digital Printing System „Nanography“ zu erweitern. Das Ziel ist, dass die Kosten für eine Auflage bis 10.000 mit dem Offsetdruck gleichziehen. Dies wird dadurch erreicht, dass die Pigmente, mit denen gedruckt wird, extrem klein sind, und die Verarbeitungsgeschwindigkeit ansteigt.
Die „Nanography“ existiert schon einige Zeit, denn von der Marktreife bis zur Etablierung ist immer ein längerer Zeitraum notwendig. Genau diese „Umbruchzeit“ bestimmt vor allem die diesjährige DRUPA. Viele Möglichkeiten, die in der Vergangenheit als Sensation bestaunt wurden, sind inzwischen soweit entwickelt worden, dass sie professionell eingesetzt werden können. Insofern zieht sich das Motto der DRUPA „touch the future“ durch die Messehallen. Man erlebt gewissermaßen einen Ausblick in eine mögliche Zukunft für den Printbereich. Und die scheint sich sehr positiv zu entwickeln – Still alive!

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