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Werkschau an der MD.H München

Zum 15. Mal in Folge und zum zweiten Mal auf dem neuen Frühjahrstermin fand anlässlich des Studienabschlusses die jährliche Werkschau an der MD.H München statt. Absolventen und Studierende der kreativen Fachbereiche Digital Film Design, Gamedesign, Mediadesign und Modedesign präsentierten ihre Abschlussarbeiten und ausgewählte Semesterprojekte. Zudem bereicherte eine vom Fachbereich Medien- und Kommunikationsmanagement organisierte Podiumsdiskussion das konzentrierte Programm. Das Stadtmagazin magazine4.de berichtet aktuell über die Werkschau in Wort und (Bewegt-)Bild auf Youtube.

Während die Sonne sich verabschiedete, nahm das dichte Programm Fahrt auf. Kurz nach der Begrüßung strebten die Besucher – Vertreter der Design- und Medienbranche, Alumni, Studierende sowie Freunde, Familienmitglieder und die interessierte Öffentlichkeit – zu den Exponaten der über drei Stockwerke gehenden Ausstellung. „Die wird ja von Jahr zu Jahr größer!“ war ein Ausspruch, der mehrmals an diesem Abend zu hören war. Neben den Branchenvertretern nutzt auch eine jedes Jahr größer werdende Zahl von Ehemaligen die Gelegenheit, sich wieder zu treffen und zu sehen, was der Nachwuchs macht. So plant beispielsweise Christian Hinreiner, heute Geschäftsführer der Full-Service Internet-Agentur Studio 9 in München, das 20-jährige Ehemaligentreffen.

01 Fachbereich Mediadesign

Die Mediadesign Bachelor-Absolventen präsentierten sich im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss: die Arbeiten ließen sich in zwei große Themen aufteilen. Zum einen in den Bereich „Kommunikationsdesign“ mit den Schwerpunkten Typografie, Kalligrafie, Corporate Design, Illustration, Graphic Novel sowie Ausstellungs- und Fotodesign. Zum anderen der Bereich „Crossmediale Inszenierungen“, der von Interface Design für Apps, über filmische oder interaktive Realisierungsformen bis hin zu Rauminstallationen mit hohem Abstraktionsgrad eine große Vielfalt an Design- und Kommunikationsformen umfasste. Viele der Werke erheben den Anspruch, mit den Mitteln visueller Kommunikation in Form von Büchern, Videodramaturgie und crossmedialen Rauminstallationen auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen, aufzuklären und Lösungsansätze zu bieten.

02 Fachbereich Gamedesign

Absolventen und Studierende des Fachbereichs Gamedesign stellten – wie schon in den Vorjahren – im ersten Obergeschoss aus. Auch in diesem Bereich ist nicht nur die Vielfalt gestiegen. Das neue Projekt-Konzept des Fachbereichs spiegelt sich in der Komplexität und in der konzeptuellen Basis wider. Eine Arbeit stach besonders optisch hervor: Die Bachelor-Arbeit von Manuela Salvermoser behandelte das Thema Biolumineszenz in Spielewelten basierend auf einem im schriftlichen Teil der Bachelor-Arbeit konzipierten Leitsystem für die Erstellung von plausiblen Welten in Computerspielen. Das Spiel mit der virtuellen Realität erlebten die Besucher des 3D-Multiplayer-Semesterprojekts „Band of Thieves” mit Oculus Rift Support. Weitere Highlights in der Ausstellung der Gamedesigner waren das mit dem Blue Byte Newcomer Award 2014 ausgezeichnete Spiel „Simon“, das Story driven Survival Adventure „Aftermath“, das Sidescroller Jump n´ Run “Up and Running“ und das zauberhafte 2D Point n’ Click Adventure „Magical Potions“ sowie die Bachelor-Arbeit von Caroline Schottenheimer zum Thema „Basisemotionen und Microexpressionen“ bei Spielecharakteren.

03 Fachbereich Digital Film Design – Animation/VFX

Ebenfalls im ersten Obergeschoss befand sich die Animations- und VFX-Ausstellung der Absolventen aus dem Fachbereich Digital Film Design, die ihre Filme später am Abend auch im Audimax präsentierten. Die Themenvielfalt spiegelt dabei die Facetten des Studiums wieder: Künstlerisch-kreative Techniken in der Animation wurden aufgegriffen von Arbeiten, wie „Konzeption und Umsetzung einer technischen Organisationspipeline in Maya für Kurzfilm-Projekte“, „Animation stilisierter Charactere und deren Übertragung von Emotionen an den Zuschauer mittels Augen und Körpersprache“, „Animatic als Stilrichtung für Kurzfilme“ und der „Analyse der Relevanz von 3D-Elementen für eine 2D-Animationsproduktion anhand von Shading und Outline“. Der Schwerpunkt Effektvisualisierungen wurde thematisiert in der Bachelor-Arbeit „Realistisches Eis. Simulation der Aggregatszustände von Wasser unter Verwendung von Houdini“, während sich „Die Kommunikationsvereinfachung in Postproduktionsunternehmen mittels Pipeline Software“ und „No Budget Film Production – Die Planung eines Kurzfilms“ mit planerischen Aspekten und Effizienzsteigerung auseinandersetzte. Und last, but not least fiel eine Installation besonders ins Auge, da die Absolventin den „Einsatz und Wirkung von Kamerafahrten im Film — Kostengünstige Möglichkeiten zur Realisierung komplexer Kamerafahrten“ nicht nur analysiert, sondern den eigens konstruierten Kamerakran mit seinem 4-Meter-Schwenkradius auch vor Ort aufgebaut hatte.

 

 04 Fachbereich Modedesign

Besonders ästhetisch wurde es noch einmal bei den Absolventen aus dem Fachbereich Modedesign, die ihre Abschlusskollektionen im dritten Obergeschoss ausgestellt hatten. Darüber hinaus hat der Fachbereich eine Live Performance mit Semesterarbeiten aus dem Hauptentwurf I auf die Beine gestellt. Die Absolventinnen zeigten ihre Abschlusskollektionen mit jeweils acht realisierten Kollektionsteilen, die bestimmte Aspekte aus Kunst, Kultur oder Lifestyle aufgreifen. Als Inspiration für die Bachelorkollektion “Implying Lines” diente die Fadeninstallation “Ttéias” der brasilianischen Künstlerin Lygia Pape. Auch für die Damen- und Herrenkollektion „Exposed“ stand ein Künstler Pate. „Northern Simplicity“ dagegen fokussiert die Charakteristika skandinavischer Architektur. Die Sportswearkollektion „First Serve — Tennis meets the Streets“ greift den klassischen Style und die typische Farbgebung des legendären Tennisturniers in Wimbledon auf, während „Amerindie“ auf der Frage basiert: Welche Einflüsse hätten die nordamerikanischen Indianer auf den Kleidungsstil der europäischen Einwanderer gehabt, wenn die Geschichte der Eroberung des Westens anders verlaufen wäre.

 05 Fachbereich Medien- und Kommunikationsmanagement

Das Format einer Podiumsdiskussion war ein Novum im Rahmen der Werkschau. Drei Vertreter aus namhaften Unternehmen diskutierten zum Thema „Werbewirkung – nur wer am lautesten schreit, wird gehört?“ Studierende aus dem Fachbereich Medien- und Kommunikationsmanagement hatten verschiedene Werbespots unter neuronalen Gesichtspunkten ausgesucht, sie in einem Schema der emotionalen Wirkungsfaktoren klassifiziert und die zugrunde liegenden Erkenntnisse präsentiert. Die Experten Erekle Inashvili, Senior Product Designer bei Sky Deutschland, Georg Klemm, Creative Director bei Interone und Elliot Kugler, Assistent der Geschäftsleitung bei der rtv media group in Nürnberg, nahmen praxisnah Stellung zu der jeweiligen Werbewirkung. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dr. Roland Frank, Fachbereichsleiter Medien- und Kommunikationsmanagement der MD.H München.

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