Im Fokus

Flowers at their best

Kann man in unserer schnelllebigen, digitalen Welt Trends widerstehen?
Modedesignstudierende der MD.H Düsseldorf widmen sich einem „Infektionstrend“ und stellen sich der Herausforderung eine eigene, individuelle Kollektionsaussagen zu entwickeln.

In der Designentwicklung eines Produktes geht der Entwurfsprozess üblicherweise mit einer Erstidee sowie mit einem Konzept einher. Die Designidee entwickelt sich bestenfalls basierend auf einer ausführlichen und gründlichen Recherche. Im Zuge unserer medialen Welt stoßen wir während der Recherche auf Megatrends, die tiefe nachhaltige Strömungen aufweisen und in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen zu finden sind. Aber auch auf eine Fülle an „Infektionstrends“, die kurzfristig sind, modischen Charakter aufweisen und durch mediale Einflüsse verstärkt werden.
Ein Beispiel dafür ist der Blumentrend in der Mode, der seit der Saison 2016 omnipräsent ist. In vielen Kollektionen wird mit üppigen Blumenprints und Stickereien um sich geworfen und großflächig mit Blumen äußerlich sowie im Innenbereich von Kleidung gespielt. An Fülle, Reichtum und Üppigkeit fehlt es nicht! Sehr viele Designer haben dieses Trendelement zu ihrem Thema gemacht, oft in ähnlicher und immer wiederkehrender Form.
Einem solchen Trend zu widerstehen, bzw. ihn neu zu interpretieren oder gar einen Gegentrend – basierend auf ein und demselben Thema – zu entwickeln, ist eine Herausforderung!

Dieser Herausforderung hat sich im Fachbereich Modedesign der Kurs MOD1015 in seiner diesjährigen Kollektionsentwicklung gestellt.

„Flowers at their best“ lautet der Titel des diesjährigen Entwurfsmoduls. Gesucht wurden neue Gestaltungsformen die Blumen thematisch aufgreifen, diese aber ganz neu interpretieren und darstellen. Ziel war es, dem Trend zu widerstehen, sich von gesehenem und prognostiziertem frei zu machen und eine eigene, individuelle, nachhaltige Kollektionsaussage zu entwickeln, die zwar dem Zeitgeist entspricht, aber neue Impulse setzt. Mehr denn je sind Designer gefragt, in der heute extrem schnelllebigen digitalisierten Welt Ihre Haltung zu wahren, sich nicht den mannigfachen und sich sehr schnell verbreitenden Trends anzuschließen, sondern konzeptionell und authentisch ihre Linie zu verfolgen.

Exemplarisch für das Projekt werden 4 Kollektionen vorgestellt, die alle dem Oberthema „Flowers at their best“ folgen, aber ganz individuelle Herangehensweisen und Interpretationswege gefunden haben.

 

Vanitas, Annika Meyhöfer

In der Kollektion Vanitas wird das Farbspektrum der Pfingstrose, sowie deren Haptik thematisiert und mittels unterschiedlicher, teilweise eigens entwickelter textiler Oberflächenstrukturen dargestellt.

Inspiriert von der Pfingstrose die einer sehr schnellen Sterblichkeit unterliegt, werden die Beschaffenheit der Blütenblätterstruktur sowie das Farbspektrum einer verblühenden Pfingstrose zu den Hauptmerkmalen der Kollektion.
Die Zartheit der Blüte wird sehr deutlich durch die entsprechende Stoffwahl wiedergegeben. So halten Materialien wie Tüll, leichte Baumwollstoffe und Chiffon Einzug in die Kollektion. Die vorherrschenden Farben sind Altrosé und Cremetöne.
Der schnelle Zerfall sowie das Verblühen einer Blume wird thematisiert, der Moment an dem die Blume für viele uninteressant wird, weil sie ab dem Zeitpunkt einem Alterungsprozess unterliegt. Dieser Prozess wird zum zentralen Thema.

 

Flowers at their best, Lija Brinkmann

Lija Brinkmann verwendet Blütenblätter und andere Substanzen von Blumen für Färbe- und Druckexperimente, die in die Kollektion einfließen.

Der Kollektion von Lija Binkmann wird von nachhaltigen Designstrategien bestimmt.
Es geht nicht um eine bestimmt Blume oder um Blumenelemente die einen rein schmückenden Charakter aufweisen. Blumen werden in der Kollektion zum eigentlichen Werkmaterial. Experimentiert wird mit unterschiedlichen Blüten die ihre Farbe abgeben und dadurch Stoffen ein anderes Aussehen verleihen oder sogar ein Muster abbilden. Für die Kollektion werden Naturstoffe verwendet, die pflanzlich gefärbt wurden.

 

Pollination, Deirdra Clarius

Merkmale der Kollektion sind Materialien mit außergewöhnlicher, blumenähnlicher Haptik sowie die Formgebung der Ärmel, die sich an unterschiedlichen Blütenformen orientiert.

Die Kollektion befasst sich mit der organischen Materie der Pflanzen. Der authentische Look und die Haptik einer strukturierten Oberfläche oder einer gekreppten Optik der Blüten (in diesem Fall der Optik der Mohnblume) wird durch texturierte Stoffe umgesetzt. Ein weiteres Keyelement wird über die Form- und Silhouettenbildung visualisiert. Formen von Blüten werden in skulpturaler Weise in den Schulter- und Armpartien abgebildet.

 

Cool Flowers, Alina Jörns

Die monochrome Sports- und Streetwearkollektion zeigt eine neuartige Formgebung – inspiriert von der orangefarbenen Tulpe.

Die Mission der Kollektion: wir bringen die Blume auf die Straße! Dazu werden stark abstrahierte, florale Formen in die Streetwear implementiert. Blumen gelten meist als lieblich-verspielt und sind romantisch besetzt. Mit diesem Klischee wird in „Cool Flowers“ komplett gebrochen. Elemente der orangefarbenen Tulpe werden in die Streetwear-Kollektion eingefügt, die starkt von der HipHop-Kultur geprägt ist und geben Streetwear-Styles wie Sweater, Baggy Pants und Windbreakern eine völlig neue Aussage.

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