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Den Sternen ein bisschen näher

Am 23.02.2016 hatten neun der begabtesten Modedesign Absolventen Münchens die Gelegenheit, ihre Kollektionen einer hochkarätigen Jury und der Münchner Öffentlichkeit zu präsentieren und die Chance, den ersten Münchner Modepreis zu gewinnen. Von der MD.H München nahmen Michelle Dowery, Nathalie Schenkel und Deborah Wohlleben teil.Die Jury bestand aus prominenten Mitgliedern der deutschen Modeindustrie: Christiane Arp, Chefredakteurin der VOGUE Deutschland, Doris Hartwich, Modedesignerin und Inhaberin der Modemarke HARTWICH, Dr. Barbara Vinken, Professorin für Literaturwissenschaft und Autorin von Modebüchern wie „Angezogen“, Daniel Wingate, Fashion Director ESCADA SE Deutschland und Susan Wrschka, Designerin bei s.Oliver Deutschland und Vizepräsidentin VDMD. Damit standen die hoffnungsvollen Newcomer den „alten Hasen“ des Geschäfts gegenüber.

Am Vormittag gab es eine Jury-Matinée, bei der die Jung-Designer und -Designerinnen ihre Kollektionen persönlich den Juroren vorstellten und Einblicke in Inspirationen, Konzepte und die Besonderheiten der einzelnen Arbeiten gaben. Danach wurden die letzten Vorbereitungen für die Präsentation am Abend getroffen. Im Alten Rathaussaal wurden die Kollektionen in einer aufmerksam inszenierten Show den geladenen Gästen vorgestellt. Die Eröffnung machte Michelle Dowery, deren Kollektion „Unsheath“ mit ihrer zeitgemäßen Ästhetik und coolen Attitüde sofort die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zog. Bei ihr war Oscar Wildes ‚Dorian Gray‘ die Inspiration und die Idee, Dandymode für Frauen zu machen.

Danach präsentierte Deborah Wohlleben ihre Kollektion, die den Titel „Exposed“ trägt und sich mit dem Werk des Malers Callum Innes auseinandersetzt. Von seinem Werk sind die schönen Proportionen der Kollektion und vor allem die aufwendig hergestellte Drucktechnik abgeleitet. Wohlleben verfolgt dabei einen sehr tragbaren und „realen“ Ansatz und macht Mode für die coole, moderne Businessfrau.

Neben weiteren starken und beeindruckenden Kollektionen der AMD München und der Meisterschule für Mode, zeigte schließlich auch Nathalie Schenkel ihre Kollektion „Implying Lines“. Inspiriert von der brasilianischen Künstlerin Lygia Pape, die in ihrer Arbeit geometrisch verspannte goldene Drähte in einem dunklen Raum gezielt beleuchtete, so dass der Raum mit Lichtstrahlen durchflutet erschien, entwickelte sie eine poetische Kollektion ganz in schwarz, in der bei mehreren Modellen goldene Fäden den Stoff wie Marionettenschnüre zu tragen schienen. Schenkel beschäftigte sich mit der Frage, inwieweit Mode Kunst ist oder die Kunst die Mode beeinflusst und was das schlussendlich für die Trägerin bedeutet.

Wird sie durch die Mode, die sie trägt, selbst zum Kunstwerk? Sowohl die Jury als auch das Publikum fanden die „Implying Lines“ so überzeugend, dass Nathalie Schenkel sowohl mit dem Publikumspreis als auch mit dem ersten Preis der Jury geehrt wurde. Überwältigt nahm sie die Preise entgegen und hat nicht nur durch ihre gefühlvolle Gestaltung, sondern auch mit ihrer natürlichen Art das Publikum gerührt.

Wir gratulieren Frau Schenkel von Herzen zu ihrem Erfolg und wünschen ihr alles Gute für ihren weiteren erfolgreichen Griff nach den Modesternen.

 

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