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Auslandssemester in Dunedin, Neuseeland

Zwei Medienmanagement-Studenten der MD.H haben ihr sechstes Semester an der Otago Polytechnic in Neuseeland absolviert. Ausgestattet mit einem Stipendium der Mediadesign Hochschule haben sie auf der anderen Hälfte der Erdkugel einen ausgefüllten Studienalltag mit intensiven Selbstlernanteilen erlebt, viele internationale Studienfreundschaften geschlossen und ein anderes Lebensgefühl kennen gelernt.

Amélie Giernoth und Johannes Kuhn

Amélie Giernoth und Johannes Kuhn

Als Fazit haben sie übereinstimmend betont, dass „der Aufenthalt in Neuseeland nicht nur eine fachliche, sondern auch persönliche Bereicherung war, die ihnen spannende Erfahrungen gebracht und neue Blickwinkel eröffnet hat“.

Lesen Sie im folgenden ihren ausführlichen Bericht.

AUSLANDSSEMESTER IN DUNEDIN, NEUSEELAND

Ein Bericht von Amélie Giernoth und Johannes Kuhn

Dunedin – auf den ersten Blick eine Stadt mit 120.000 Einwohnern an der Ostküste der Südinsel Neuseelands. Auf den zweiten Blick die Studentenhochburg Neuseelands mit etwa 20.000 Studenten und unser Zuhause für insgesamt 5 Monate. München gilt wohl auch als eine wahre Studentenstadt, ist allerdings mit Dunedin rein gar nicht zu vergleichen. Den Flair der Stadt kann man anfangs nur schwer erahnen, man muss länger in Dunedin leben, um diese Stadt wirklich zu begreifen. Gerade als Großstädter ist man durch die weite, unberührte Landschaft um Dunedin herum zunächst eher etwas überfordert. Die Stadt ist relativ klein und überschaubar und die Häuser hier wirken wie ein zusammen gewürfelter Haufen Architektur aus verschiedensten Epochen. Doch das ist es, was Neuseeland und gerade Dunedin ausmacht. Es scheinen sich alle zu kennen, und man kommt schnell ins Gespräch, auch wenn es völlig Fremde sind, neben denen man „nur“ im Bus sitzt. Es ist ein Mix aus verschiedensten Kulturen, unverwechselbaren Landschaften und natürlich die vielen internationalen Studenten, die an einer der beiden Hochschulen, der Otago University oder der Otago Polytechnic, studieren.

Wir waren fünf Monate Teil der internationalen Studentengemeinschaft, die auch liebevoll „Scarfies“ (Schalträger) von den „Kiwis“ genannt wird. Dieser Spitzname war erst etwas schwer zu begreifen, aber nach den ersten windigen Tagen stellte sich ein Schal als äußerst hilfreiches Accessoire heraus.

Unser Studium an der Otago Polytechnic, der kleineren der beiden Universitäten, hieß „Applied Management“. Die Unterrichtsinhalte waren denen im Fachbereich Medienmanagement an der MD.H sehr ähnlich. Wir belegten insgesamt vier Kurse: „Strategic Management“, „Business and Society“, „Strategic Planning for Small Business“ und „Tourism Policy and Planning“. Die Art der Aufarbeitung des Stoffes war jedoch grundverschieden zu unseren gewohnten Formen. Die Inhalte wurden hauptsächlich eigenständig vorbereitet, recherchiert und angeeignet. Der Präsenzunterricht diente dann zur Besprechung von Fallstudien und Diskussion und war somit mehr Hilfestellung und Vertiefung.

Auch der informelle Umgang mit Dozenten ist eine Sache, an die man sich erst gewöhnen muss. Die ersten Wochen ist uns doch meist eher ein Mrs. Atkins „rausgerutscht“, anstatt der Vorname des Dozenten, die im übrigen genauso international sind wie die Studenten. Fachlich gesehen wurden wir in den letzten Semestern an der MD.H sehr gut auf unseren Aufenthalt und die Anforderungen in Dunedin vorbereitet. Wir konnten uns gut einbringen und es war sehr interessant, in Deutschland erworbenes Wissen nochmals aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es fand ein ständiger Austausch statt, da nicht nur wir vom hier erlangten Wissen profitieren und dazulernen, sondern auch die Dozenten und neuseeländischen Studenten sehr an unserer Kultur interessiert waren. Gerade auch im Medienbereich, wie etwa bei Fernsehwerbung oder Zeitungen und Zeitschriften, gibt es gravierende Unterschiede in Form und Inhalten, und es war sehr spannend sie aufzuarbeiten.

In unseren letzten Wochen hatte sich auch langsam der Winter in Neuseeland eingeschlichen. Gerade in Dunedin darf man die Temperaturen nicht unterschätzen, auch wenn die „Kiwis“ weiterhin in kurzen Röcken und Sandalen auf die Straße gehen. Wir an Zentralheizung gewöhnte Mitteleuropäer, können in diesem Land wirklich noch einiges über Kälte lernen. Aber es ist alles nur eine Sache des Anpassungsvermögens. Nach fünf Monaten hatten wir uns völlig integriert und den neuseeländischen „laid back“ Lifestyle verinnerlicht. Wir haben viele neue Freunde gefunden, und es war einfach eine grandiose Zeit.

Wenngleich einem das neuseeländische Brot sicher nicht fehlt, sind wir mehr als froh und dankbar, diese einmalige Chance bekommen zu haben, das letzte Semester unseres Studiums in Dunedin zu verbringen. Der Aufenthalt in Neuseeland war nicht nur eine fachliche, sondern auch persönliche Bereicherung und hat uns viele spannende Erfahrungen und neue Blickwinkel eröffnet.

Hof der Otago Polytechnic

Hof der Otago Polytechnic