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Autos und Mode – zwei ungewöhnliche Partner seit vielen Jahrzehnten

Im Laufe des Moduls Markenenticklung und Führung besuchte die MOM 1012 Klasse das BMW Museum und die temporäre MINI-Ausstellung in München, um zu erörtern, was die Mode und Autoindustrie verbindet. Es stellte sich heraus, dass dies zwei Partner sind, die sich seit langer Zeit gegenseitig beeinflussen. Die Autohersteller möchten gerne modisch erscheinen und sind synonym mit Modewochen, während Trendsetter seit den 60er Jahren den Mini zum Kultobjekt machen und Designer zeigen, welche Schuhe man beim Fahren tragen sollte.

Im Juni 2015 hat die MOM 1012 Klasse ein etwas ungewöhnliches Thema im Modul Markenentwicklung und Führung durchgenommen: Autos und Mode.
Diese zwei Felder scheinen auf den ersten Blick an zwei gegenüberliegenden Enden des Marketingspektrums zu liegen. Schließlich gehören Automobile zu technischen Transportmitteln und Mode zu fantasievoller Kleidung. In Wirklichkeit haben sich diese zwei Partner schon seit vielen Jahrzehnten gegenseitig positiv beeinflusst.

“Was können nun Autos und Mode an Gemeinsamkeiten haben?” – das fragten wir uns während einer Vorlesung. Nun, zuerst einmal gibt es die “Autokultur”, ein Phänomen welches – wenn man es ganz kurz fast – den kulturellen Einfluss des Automobils auf die Gesellschaft beschreibt, als Autos für die Massen zugänglich wurden. Dies wurde in Film, Fernsehen, Werbung, Musik und Literatur verewigt. In den 60er Jahren wurde der “Original Car Shoe” entworfen, der heutzutage zu Prada gehörende Markenslipper. Er wurde gleichzeitig mit dem Automobil (und Rennwagen) in Italien vermarktet und sollte dem Fuß besseren Halt auf den Pedalen geben. Ausdrücke wie das „Handschuhfach“ stammen aus einer Zeit, als Autofahrer tatsächlich Handschuhe brauchten, die sie mit einer besonders warmen Jacke trugen, welche im englischsprachigen Raum als „Car Coat“ bekannt war.

Im Film sah man die perfekt gestylten Schauspielerinnen, die im schicken Kopftuch sich ans Steuer eines Cabrios setzten. Dann in den 60ern, als der Mini in England zum Kultauto wurde, entwickelte er sich auch zum Synonym von “The Swinging Sixties” und Twiggy, den Beatles , sowie der revolutionären britischen Mode dieser Zeit, beispielsweise dem Minirock.

Auf der Suche nach der aktuellen Beziehung von Autos und Mode begab sich die MOM 1012 zum BMW Museum hier in München, um sich während einer Führung die Marken genauer anzuschauen.

Die Klasse lernte, dass Autohersteller gerne mit der Modewelt in Verbindung gebracht werden möchten. Alle kennen die Modewochen, die von Mercedes Benz gesponsort werden. Und das ist Absicht: Die Adjektive cool, modisch, avantgardistisch, glamourös usw. werden hauptsächlich in Großstätten angetroffen, wo Modeschöpfer, Celebrities, und Influencer leben. Wichtig ist hier für die Marketingstrategen, dass Autos sich genau dort aufhalten und von der Modeszene akzeptiert werden.

Auch BMW versucht sich in der Modewelt und sponsort beispielsweise die Indian Bridal Fashion Week. Indien? – Nun das liegt daran, dass die Automärkte in USA und Europa fast komplett gesättigt sind, während sie stätig in den Schwellenländern wie China oder Indien wachsen.

Zuvor hatte BMW 2014 für die Modeausstellung “The Glamour of Italian Fashion 1945-2014″ im Londoner Victoria and Albert Museum die 7er Serie zur Beförderung von VIP Gästen eingesetzt, damit das glamouröse Image auch in Europa weiterhin im Gedächtnis bleibt.

Seit BMW die Marke MINI übernommen hat, gab es hier zahlreiche Modelle, die von bekannten Persönlichkeiten der Modewelt überarbeitet wurden und im Museum zu sehen waren. Darunter auch eine bunt-gestreifte Version von Paul Smith und eine lila-geblümte Kreation von Franca Sozzani. Sozzani ist übrigens die Gründerin des Mailänder Concept Stores 10 Corso Como und Schwester von der Redakteurin der italienischen Vogue.

Weitere Beispiele von modische-affinen Automobilen sind das Chanel Fiole Concept Car, der von Gucci überarbeitete Fiat 500 und die Kreation von Zalando in Form eines fahrenden Einkaufsgehilfen. Zahlreiche ähnliche Exemplare findet man natürich auch im Internet oder auf Automobilmessen.

Wenn jemandem dieses Thema interessant erscheint, dem könnte auch das aktuelle Buch vom Marketing-Experten Dr. Anders Parment: “Auto Brand: Building Successful Car Brands for the Future”, sowie ein Buch über das sozial-kulturelle Phänomen des Autos: “Autopia: Cars and Culture” von Peter Wollen und Joe Kerr gefallen. (Beide auf Englisch).