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„Die höchste Herausforderung ist das Ästhetische. Technisch kann jeder alles lernen.“ – Gastvortrag von Florian Witzel, Industrial Light & Magic

Der deutsche, mehrfach ausgezeichnete Special Effects Artist, Florian Witzel, arbeitet seit Jahren in den USA für das Unternehmen, das für viele Studierende im Fachbereich Digtial Film Design ein erklärtes Traumziel ist: Industrial Light & Magic mit Hauptsitz in San Francisco, weiteren Studios weltweit und der in dieser Branche beispiellos großen Zahl von rund 800 Mitarbeitern. Am 13. Oktober 2014 gab er Studierenden und Noch-Nicht-Studierenden an der MD.H München einen tiefen Einblick in seine Spezialgebiete: Wassereffekte sowie ästhetische und innovative fluide Effekte für große Kinoproduktionen. Dabei zeigte er viele Beispiele aus der Entwicklungsphase von Pacific Rim, Lucy and Transformers 4.

Neben den großartigen Simulationen waren die Einblicke in die Ideenfindung und Entwicklungsprozesse besonders beeindruckend. So erläuterte Witzel, dass er erst einmal zwei Wochen lang beobachtet hat, was Wasser macht: Von der Golden Gate Bridge, wie es schäumt, wenn ein großer Frachter es durchpflügt, im Yosemite Park, wie die Gischt an Wasserfällen spritzt, im Internet oder in dem Disney-Film Oceans, wie ein Eisberg mit Urgewalt aus dem Wasser kommt oder darin versinkt oder wie Weißwasser brodelt. Er hat zwei Wochen auch selbst gefilmt. „Das Gedächtnis enttäuscht oft, wenn man sich sofort an den Computer setzt, es hat mir einfach geholfen zu sehen, was Wasser macht“. Und das hat sich gelohnt: Für seine gewaltigen Wassereffekte wurde er von ASIFA-Hollywood ausgezeichnet.

Auch bei den beiden anderen im Gastvortrag vorgestellten Entwicklungsphasen an Lucy und Transformers stellte Witzel besonders den von Ausdauer, Experimentierfreudigkeit und Teamwork geprägten künstlerischen Prozess mit unzähligen und über viele Monate dauernden Testsequenzen digitaler Effekte heraus. Im Sketching sind Hunderte Filme entstanden, im Team besprochen und Stück für Stück weiterentwickelt worden. „Im Team kann man eine gemeinsame Vision entwickeln“, betont er und führt dann noch weiter aus: „Die höchste Herausforderung ist das Ästhetische. Technisch kann jeder alles lernen.“

Abgerundet wurde der spannende Vortrag durch zahlreiche Fragen der Studierenden zum Thema und zur Person. Besonders interessant war natürlich die Frage, wie man so gut wird, dass man bei Industrial Light & Magic Designer, Director und CG Artist wird. Die Antwort lautete: Ausdauer, Leidenschaft, ein hoher Anspruch an seine eigene Arbeit, Networken, Veranstaltungen besuchen und natürlich auch das sprichwörtliche Quäntchen Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Witzels Rat lautete zum Schluss: Niemals aufgeben, mehrmals bei der Traumfirma bewerben, viel Erfahrung sammeln und vor allem den eigenen Weg gehen.

Link zum Unternehmen: http://www.ilm.com/

Florian Witzel, Director, Designer und CG in Industrial Light & Magic in San Francisco

Florian Witzel, Director, Designer und CG in Industrial Light & Magic in San Francisco

Gastvortrag von Florian Witzel, Industrial Light & Magic, San Francisco

Gastvortrag von Florian Witzel, Industrial Light & Magic, San Francisco