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Impressionen vom Fair Fashion Spaziergang durch die Münchner Innenstadt

Ursprünglich initiiert wurde der Fair Fashion Spaziergang anlässlich des 5. Jahrestags des Einsturzes des Rana Plaza Gebäudes. Aufgrund der großen Nachfrage aus dem Studiengang Modemanagement organisierte Prof. Dr. Katrin Judex eine weitere geführte Tour durch die Münchner Innenstadt.

Die Gruppe der SpaziergängerInnen setzte sich erfreulicherweise sowohl aus Interessenten als auch aus Studierenden des FB Modemanagement vom zweiten bis zum siebten Semester zusammen – eine bunt gemischte Gruppe also, mit unterschiedlichem Wissenstand zum Thema Nachhaltigkeit, aber gleichermaßen interessiert daran, die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen der Modebranche positiv zu verändern.

Startpunkt des Rundgangs war das Gebäude des Jugendinformationszentrums in der Sendlinger Straße – als Einstimmung auf die Thematik setzten sich alle TeilnehmerInnen mit ihren eigenen Kleidungsstücken auseinander, und vollzogen daran die Stufen und Akteure der global organisierten textile Kette der Modeindustrie.
Der eigentliche Spaziergang führte die Gruppe im Anschluss zu ganz unterschiedlichen Läden und Unternehmen, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen: von Nudie Jeans (die alte Hosen reparieren oder weiterverkaufen), über Freitag (die mit den Taschen und seit kurzem auch mit komplett kompostierbarer Mode), zu Phasenreich (der neben Kleidung auch eine kleine Kaffeebar betreibt und damit schon fast ein nachhaltiger Concept-Store ist), dann zu akjumii (die zeigen, dass nachhaltige Mode auch businesstauglich sein kann), schließlich weiter nach Schwabing zu Hess Natur (dem ersten deutschen Unternehmen, das bereits in den 70er Jahren nachhaltige Mode hergestellt und vertrieben hat), und zuletzt zu Dear Goods (schon fast einer veganen Modekette mit momentan sechs Filialen).

Interessant war für alle TeilnehmerInnen, dass nachhaltige Mode viele Facetten hat, cool, lässig und modern sein kann, nicht viel teurer ist als die gehobene Fast Fashion und auch ökonomisch erfolgreich sein kann. Und mit dieser Erfahrung ist es die große Herausforderung für die angehenden ModemanagerInnen, den Zeitgeist zu antizipieren und aus der Modebranche – die momentan nach der Ölindustrie die umweltschädlichste Industrie ist – wieder ein sauberes Geschäftsmodell zu machen.