Campus

Alumnitalk 2015 an der MD.H München

Ein ungewöhnlicher Alumni Talk mit drei Absolventen, die den Sprung in die Selbständigkeit gewagt haben, brachte Studierende verschiedener Fachbereiche der MD.H München zu einer offenen Diskussion mit anschließendem Get Together zusammen. Alle drei Absolventen eint die Nähe zu Animation und 3D in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern.

Robin Kocaurek von Klonk Games, Bruno Ljustina von Thor 3D Media Agentur und Johannes Roth von Mimimi Productions stellten ihren Werdegang vom Studium zum eigenen Unternehmen und zur Selbständigkeit zunächst in kurzen Vorträgen vor und diskutierten anschließend über Auslöser für die Selbständigkeit, Vorbereitung im Studium, über Lernprozesse in den ersten Jahren und über die unternehmerischen Entwicklungsphasen.

Bruno Ljustina´s Studienabschluss liegt am längsten zurück. Er hat die MD.H im September 2008 als Diplom-Designer verlassen. Die Selbständigkeit als freiberuflicher 3D-Designer hatte er nicht von Anfang an geplant. Doch mit einigen interessanten Aufträgen nach Studienende und etwas später mit Siemens als Hauptkunden nahm die Selbständigkeit schnell Fahrt auf. Damit kamen auch die Herausforderungen in Hinblick auf die Anforderungen an das Zeitmanagement eines Selbständigen, der neben seinen Aufträgen mit Buchhaltung und Steuerangelegenheiten, Hard-/Software, Kundenpflege und Akquise sowie Pflege der Homepage und dem Wechsel von auftragsarmen und übervollen Zeiten konfrontiert war. Heute hat er sich einen verlässlichen Kundenstamm geschaffen und ist in ein Netzwerk eingebunden, das bei Unter- und Überbelastung hilft, hat Buchhaltung an Partner abgegeben und eine Balance zwischen Beruf und Freizeit gefunden. Seine persönliche Erfolgspyramide erntete sehr viel Beifall von Robin Kocaurek und Johannes Roth: die Basis des Erfolges bildet das eigene Können und das persönliche Portfolio. Das wird dann angereichert mit Kontakten, gefolgt von persönlichem Auftreten und Selbstsicherheit, Organisation und Gesundheit, getoppt von einer Portion Glück.

Johannes Roth hat sein Studium Gamedesign im September 2011 mit einem Bachelor of Science abgeschlossen. Für ihn und zwei seiner Kommilitonen stand schon vor Studienende fest, dass sie ihr eigenes Entwicklungsstudio gründen wollen. Bereits im ersten Semester hatte sich ein Studententeam mit dem Namen „Mimimi Productions“ zusammengefunden. Mehrere ihrer Studienprojekte erhielten Auszeichnungen beim Newcomer Award des Deutschen Entwicklerpreises, und das Tablet-Spiel “daWindci” brachte ihnen 2012 den Apple Design Award ein. Das als bestes Projekt 2012 auf der Game Connection Europe ausgezeichnete Studienabschlussprojekt „Tink“ sowie mehrere Auftragsprojekte, beispielsweise für Ravensburger Digital, sollten die Basis für ihr junges Unternehmen werden. Ausgestattet mit einer Förderung des FilmFernsehFonds (FFF) Bayern entwickelten Mimimi Productions mit einem inzwischen stark gewachsenen Team – darunter zuletzt 12 Alumni der MD.H – “The Last Tinker: City of Colors”, das im Mai 2014 gelauncht wurde. Johannes Roth berichtet, dass ihm als Manager inzwischen kaum mehr Zeit für die eigentliche Entwicklungsarbeit bleibt. Trotz der Erfolgsgeschichte von Mimimi Productions hat auch er mit seinem Team schon einige Herausforderungen gemeistert. Aktuell ist Mimimi Productions in der Kategorie „Bestes Deutsches Studio“ beim Deutschen Entwicklerpreis 2015 nominiert. Der Preis wird am 17. Dezember 2015 vergeben.

Robin Kocaurek war der jüngste Absolvent der Runde. Im September 2013 hat er ebenfalls den Studiengang Gamedesign mit dem Bachelor of Science abgeschlossen.Auch er war sich gemeinsam mit neun Kommilitonen bereits zum Ende des Studiums darüber einig, dass sie sich mit ihrem eigenen Unternehmen ausgründen wollen: KLONK Games. Das erste Spiel war „Mercury Shift“, das als 2D-Spiel im Studium begann und als 3D-Spiel veröffentlicht wurde. Es hat inzwischen mehr als eine Million Spieler. Der Nachfolger „Shift Happens“ steht aktuell kurz vor dem Launch. KLONK Games macht aber nicht nur Spiele, sondern entwickelt auch spielenahe Auftragsprojekte, beispielsweise ein interaktiver und mit Spielen angereicherter Museumsführer für das Deutsche Museum in München, der Kindern auf spielerische Art und Weise Grundlagen der Physik, der technischen Entwicklung oder der Ökologie näher bringt. Als Botschafter für Klonk Games hat sich für Robin Kocaurek ein höchst kommunikatives und organisatorisches Aufgabengebiet ergeben. Damit wird deutlich, dass in Teams eine Spezialisierung der einzelnen Teammitglieder unerlässlich ist und dass interne Organisation sowie Kommunikation und Vernetzung nach außen unabdingbare Aspekte für den Erfolg eines Unternehmen sind.

Anschließend an die mit vielen Fragen aus dem interessierten Publikum geführte Diskussion fanden bis in die Abendstunden hinein persönliche Gespräche zwischen den Referenten und den Studierenden statt.