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Deutschlands Kino braucht mehr Stars

Prof. Dr. Helmar Baum: „Außer Til Schweiger und Bully Herbig zieht kein deutscher Schauspieler“

Berlin, den 22. September 2008. „In Deutschland gibt es keinen Mangel an guten Regisseuren, spannenden Geschichten und erstklassigen Schauspielern. Uns fehlen die Stars“, so Dr. Helmar Baum, der jetzt zum Professor für Medienökonomie an der Mediadesign Hochschule in Berlin berufen wurde. Wenn sich deutsche Kino-Produktionen dauerhaft gegen amerikanische Blockbuster behaupten wollen, braucht es mehr Stars wie Til Schweiger, die sich beim deutschen Kino-Publikum gegen Hollywood-Größen wie Bruce Willis und Julia Roberts durchsetzen können.

Stars seien zwar kein Garant für kommerzielle Erfolge, aber Untersuchungen zeigen, dass ein Star für das Kinopublikum immer noch eines der wichtigsten Entscheidungskriterien ist, in einen Film zu gehen. „Deshalb müssen Stars wie Marken aufgebaut und gepflegt werden – und genau das fehlt in Deutschland.“ Wie es funktioniert, zeigt ein Blick nach Hollywood. „Dort binden Studios Stars für mehrere Filme an sich und bauen sie so mit auf“, beobachtet Prof. Dr. Baum. Die Folge: Studios werben offensiv mit den Schauspielern, weil sie heute und in Zukunft von deren Image profitieren.

Dass diese Strategie auch in Deutschland erfolgreich sein kann, hat die Zusammenarbeit von Til Schweiger und der Constantin-Film von Bernd Eichinger bewiesen. Das ist bis heute aber die Ausnahme geblieben. „Außer Til Schweiger hat in Deutschland nur noch Bully Herbig wirkliches Star-Format“, so Prof. Dr. Baum. So überrascht es nicht, dass die beiden Stars das „Gesicht“ der größten deutschen Kino-Erfolge der letzten Jahre waren: „Keinohrhasen“ und „Der Schuh des Manitu“.

Der erfolgreiche Aufbau von Stars setze einen extremen Kooperationswillen von Verleihern, Produzenten und Agenten voraus. „Diese Mühe wird belohnt, weil neue Stars den Marktanteil deutscher Kinofilme dauerhaft stärken werden“, so Prof. Dr. Helmar Baum.