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Portrait: MD.H-Student zählt zu den weltbesten Nachwuchs-Trickfilmern – Markus Huber erfolgreich bei den Adobe Design Achievements Awards 2007

Mit 24 Jahren zu den weltbesten Trickfilmern zu gehören – das hat was. Mit seinem Film „Pediculus Humanus“ erreichte der 24jährige Student der Mediadesign Hochschule (MD.H) die zweite Runde der Adobe Design Achievement Awards.

Damit zeichnet der Softwarehersteller Adobe alljährlich Grafik-Designer, Fotografen, Illustratoren, Trickfilmer, Videografen und Computer-Künstler, die an weiterführenden Bildungseinrichtungen immatrikuliert sind, für besonders herausragende Arbeiten aus. Studierende aus 30 Ländern sind zu dem Wettbewerb zugelassen.

MD.H-News hat mit dem sympathischen Aubinger gesprochen. Lesen Sie das Portrait …

Längst mehr als „irgendwas“

Angefangen hat alles mit der Liebe zum Film. Der Umgang mit der Kamera ist Markus Huber schon immer leicht gefallen. Man fragte ihn gern, ob er bereit sei, wieder eine Theateraufführung der Schulbühne oder des Volkstheaters aufzuzeichnen. In Giesing, wo Markus Huber die Fachoberschule mit Fachrichtung Kunst besuchte, stand eines Tages ein Kreativprojekt unter dem Titel „Irgendwas“ auf dem Programm. Und schon da griff der heute 24jährige zur Kamera. Längst ist daraus mehr als „Irgendwas“ geworden.

Markus Huber und die zweite RUnde der Adobe Design Achievement Awards.

Markus Huber und die zweite RUnde der Adobe Design Achievement Awards.

Nach einer Reihe kleiner Projekte im Bereich Realfilm wuchs bei ihm eine folgenschwere Erkenntnis: Während man beim Realfilm stets um Ressourcen kämpfen muss – von den Schauspielern über Requisiten bis zur Finanzierung –, benötigt man beim Trickfilm eigentlich nur die entsprechende Software, das eigene Zeichentalent und Ideen für den Film. Und davon, dass Huber sowohl über Ideen als auch über Talent verfügt, kann sich jeder überzeugen, der seinen preisgekrönten Film „Pediculus Humanus“ ansieht. Mit hintergründigem Witz und einer Ästhetik, die an den legendären Tim Burton erinnert, inszeniert Markus Huber darin in 3 min mit über 2.000 Bildern den Kampf eines Mannes gegen eine Kopflaus (lat. pediculus humanus) – mit der durchaus philosophischen Pointe, dass es immer etwas gibt, „das größer ist als man selbst“.

Trickfilm von Markus Huber

Trickfilm von Markus Huber.

Was den Nachwuchstrickfilmer, der im 4. Semester Mediadesign an der MD.H studiert, an Tim Burton fasziniert, ist dessen Skurrilität und Fähigkeit, Abstruses und Unmögliches darzustellen. „Mir kam es in meinem Film darauf an, die Person über den gezeichneten Raum zu zeigen, einen Typ in seiner geordneten Unordnung“, erläutert Huber. Das Stichwort „geordnete Unordnung“ scheint aber auch auf seinen eigenen Arbeitsstil zu passen: „Wenn ich mitten im Zeichnen stecke, liegt irgendwann überall was rum. Aber wenn ich fertig bin mit einem Projekt, wird radikal aufgeräumt und vieles weggeworfen“, bekennt er freimütig.

Auch wenn Markus Huber derzeit v.a. mit Webdesign sein Geld verdient, wird er das Trickfilmen wohl nie wieder aufgeben, denn das Zeichnen selbst, das Handwerkliche, fasziniert ihn: „Ein Trickfilmer ist Handwerker und Künstler.“ Man merkt ihm an, hier ist Leidenschaft im Spiel. Und deshalb hat er das nächste Projekt auch schon vor Augen. Mit seinem Freund und Kommilitonen Max Baginskij, selbst Student an der MD.H, schreibt er derzeit am Storyboard eines weiteren Films unter dem Titel „Die Windfabrik“. Worum es genau geht? Die beiden grinsen verschmitzt – nein, das wird nicht verraten.

Mit dem neuen Film soll es dann gern noch ein Stück weiter gehen auf dem Weg zum professionellen Trickfilmer. Markus Huber würde gern mal einen Beitrag beim renommierten PISAF Award in Korea einreichen. Und einige Zeit möchte er im Ausland arbeiten, um noch mehr über Gestaltung zu lernen. Am liebsten in Russland. „Dort arbeiten die Leute noch mit diesen altmodischen, großen Druckmaschinen. Die sind da viel näher dran am Gestalten.“ Denn so sehr er den Computer als Hilfsmittel schätzt, am liebsten arbeitet Markus Huber mit der Hand.