Campus

„Visual Effects – Ein cooler Teamsport“

Großer Erfolg des Online-Job-Talks “Industry Survival Workshop – Einblicke in die VFX-Industrie”

Fast 60 Studierende, Alumni und Professoren aus den drei MD.H Standorten sowie einige Studienbewerber beteiligten sich bis in die späten Abendstunden rege an dem Online-Workshop des FX-Spezialisten und Houdini TD Philipp Kratzer. Der sympathische Profi, der bereits mit Studierenden der MD.H aus dem Fachbereich Digital Film Design zusammengearbeitet hat, fand offene Worte zu vielen Themen, und vermittelte Einblicke, die auch er sich am Ende seines Studiums gewünscht hätte. Er sparte dabei auch Themen, wie Gehalt, Vereinbarkeit mit Familie, die hohe Arbeitsintensität in der Branche und Fortbildung, nicht aus. Vor allem aber beeindruckte er die Zuhörer mit seiner Leidenschaft für den FX-Bereich und seine Freude darüber, dass die deutsche FX-Branche immer größer wird.

 

Mit den Worten: „Ich mache alles, was mit Feuer, Wasser, Rauch, Destruction FX und Magical Moments zu tun hat“, stellte sich Philipp Kratzer vor und hatte damit die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer aus ganz Deutschland. Tatsächlich ist der Vorteil von Philipp Kratzer für seine Workshop-Teilnehmer, dass er als VFX-Artist im Film-, TV- & Advertising-Bereich in seiner beruflichen Entwicklung viele Facetten der nationalen und internationalen Animations- und FX-Branche kennenlernen konnte, so dass die Studierenden von seinen Analysen und Gegenüberstellungen profitieren konnten. „Es gibt eine breitgefächerte Landschaft an Studios – und es werden immer mehr“, führte er aus.

Zum Punkt „Generalist versus Spezialist“ sagte Kratzer beispielsweise, dass man „sich als Generalist erst einmal bei kleineren und mittleren Studios ausprobieren kann“. „Als 3D-Artist bist Du in einem Projekt von A bis Z dabei und musst einen Riesenbereich abdecken.“ Am Berufsanfang kann das besser sein, um hineinzuwachsen. „Die Projekte sind dort ebenfalls spannend und herausfordernd.“

Als Spezialist ist man dagegen häufig innerhalb von großen Teams in einem bestimmten Spezialgebiet eingesetzt, das dann ein sehr spezielles und tiefgehendes Wissen erfordert.

Zu dem für Studierende immer sehr bedeutenden Punkt „National versus International“ befand Kratzer, dass „man heute Deutschland nicht mehr unbedingt verlassen muss, wenn man bei AAA-Produktionen mitmachen möchte“. In diesem Zusammenhang erläuterte er auch, dass man dabei die Aspekte Familie/Beziehung, Reisen und Work-Life-Balance nicht unterschätzen sollte. Kratzer selbst hat über drei Jahre bei Double Negative in London AAA-Sporen verdient und kennt die Herausforderungen. „Ob Ihr nach Vancouver, London, Sydney geht oder woanders hin – Ihr nehmt Euer Leben immer mit. Aber egal, ob Ihr ins Ausland geht oder in Deutschland bleibt: Gute Englischkenntnisse für internationale Jobs ein „must have“!“

Einen bedeutenden Raum seines Vortrages nahmen Punkte jenseits der reinen Fachthematik ein, die Kratzer mehrmals mit Empfehlungen an die Studierenden verband. So appellierte er unter dem Punkt „Self-Marketing“ an die Studierenden: „Wissen, was läuft, ist ein Muss!“ Social Media, Konferenzen (bei denen alle wichtigen Studios in einem Raum sind und die neben Networking auch geeignet sind für Horizonterweiterung), wie die fmx oder der Animago-Award, und VFX-Stammtische helfen ein persönliches Netzwerk aufzubauen. „Euer Netzwerk ist Euer Kapital.“

Weitere, wichtige Themen, die man in seinem Berufsleben nicht unterschätzen sollte:

  • Professionelles Auftreten/Verhalten: „Ich poste nichts, hinter was ich nicht 100%ig stehe.“
  • Weiterbildung: „Konstante Weiterbildung ist enorm wichtig. Unsere Branche ist so schnelllebig.“
  • Soft Skills: „Daran muss man arbeiten, wenn man sie nicht hat. Wir arbeiten mit vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Das ist ein „cooler Teamsport“, aber auch eine Herausforderung an die eigene Toleranz, Flexibilität, Kommunikation, Zeitplanung, Verlässlichkeit und Teamgeist nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen!“

Philipp Kratzer schloss seinen Vortrag mit einem Denkanstoß nach dem „Eisberg-Prinzip“: „Erfolg ist ein Eisberg: man sieht oft die lange Strecke des Durchhaltens, der Rückschläge, der Disziplin und Opfer nicht, sondern immer nur den Erfolg.“ Und er verband dies mit einer Video-Empfehlung: The long Game Part One: “Why Leonardo Da Vinci was once a loser“ von Adam Westbrook: https://vimeo.com/84022735

Danach folgte noch eine lange und lebhafte Q&A-Session. Die Professoren und das Team der MD.H danken Philipp Kratzer für seinen offenen und engagierten Workshop.

Der „Job-Talk“ ist ein an der MD.H etabliertes Format, das – normalerweise in Präsensvorträgen und Exkursionen – Themen rund um den Beruf, die jeweiligen Branchen und die Bewerbung behandelt und in vielen Fällen den Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern herstellt. Durch die Corona-Situation haben wir auf Video umgestellt, was insofern neue Möglichkeiten eröffnet hat, als dass nun Studierende aus allen drei MD.H Standorten gemeinsam interessante Themen erleben können. Weitere Online-Job-Talks sind für das Wintersemester in der Planung.

 

Mehr Infos zu Philipp Kratzer unter https://www.scratch-arts.net