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Die 7 Todsünden – Visualisierung

Ende des 4. Jahrhunderts wurden die sieben Todsünden das erste Mal von Euagrios Pontikos benannt. Bekannt sind sie uns vor allem durch die katholische Kirche, laut der wir durch deren bewusste Auslebung den Kontakt zu uns selbst und zu Gott verlieren. Die Charaktereigenschaften, die die katholische Kirche als Todsünden bezeichnet sind laut historischer Reihenfolge: Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit. 

Für die Visualisierung habe ich die Seiten jeweils sieben identischer Bücher so gefaltet, dass deren Frontalansicht im leicht geöffneten Zustand je eine Todsünde darstellt. Für den Hochmut steht ein nach oben zeigendes, gleichschenkliges Dreieck. Es vermittelt das Streben nach oben und zeigt, wie der hochmütige Mensch sich selbst über allen anderen, also an der Spitze sieht. Habgier äußert sich in unersättlichem Verlangen nach Besitz. Hierfür steht eine von links unten nach rechts oben laufende Gerade, da Geraden, laut geltenden mathematischen Gesetzen, grundsätzlich in die Unendlichkeit steigen. Der Kreis steht in diesem Fall für die Wollust, die unter anderem durch einen Teufelskreis der Lust beschrieben werden kann. Zorn ist in der Regel kein Gefühl, das unentwegt vorliegt, sondern sich in unterschiedlich starken Wutausbrüchen äußert. Aus dem Aneinanderreihen verschieden hoher Rauten resultiert ein Zackenmuster. Mit dem Wort Völlerei verbindet man exorbitanten Konsum von Lebensmitteln oder Alkohol. Auf jenen folgt meistens ein starkes Unwohlsein, welches in dem Versuch mündet, die psychische Verfassung durch Frustessen und Betrinken zu bessern. Dieses stete Auf und Ab wird durch eine Sinuskurve dargestellt. Neid nimmt dem Geist die Fähigkeit sich richtig zu entfalten. Durch die zusammengedrückt wirkende Raute wird diese Einschränkung optisch vermittelt. Die letzte der Todsünden ist die Trägheit. Diese wird durch die statischste Form, das Quadrat, versinnbildlicht. 

Visualisierung 1. Semester,  im Fachbereich Mediadesign, 2019 

Verena Manhart  

Dozent: Prof. Sybille Schmitz